Kärntens größtes Gebiet Nassfeld expandierte stark in der jüngsten Vergangenheit, viel neue Bahnen entstanden. Neueste Attraktion ist aber das Cube Hotel.
Anzeige
Das größte und bekannteste Wintersportgebiet Kärntens liegt nah an der
italienischen Grenze. In den letzten Jahren investierten die Gailtaler viel in
die Infrastruktur, sie bauten ihr Gebiet aus und installierten mit dem
Millennium-Express eine neue Seilbahn. Dadurch entfällt die Fahrt vom Tal mit
Skibus oder Auto ins Gebiet.
Das Gebiet erstreckt sich von 610 bis 2020 Metern. Die meisten Abfahrten
liegen in einer Höhe ab 1500 Meter. Insgesamt stehen 101 Kilometer präparierte
Abfahrten bereit, elf davon schwer, rund ein Drittel leicht. Die Lifte erreichen
eine Kapazität von 39.000 Personen in der Stunde. An den modernen Liften kommt
es wegen der hohen Transportleistung nur selten zu Staus.
Als einziger Zubringer des Gebietes stellt der Millennium-Express auch das
Nadelöhr dar. Während der morgendlichen Rush Hour von ungefähr 9.00 bis 10.30
Uhr müssen Wartezeiten einkalkuliert werden. Hier kann es bei großem Andrang
auch außerhalb der Ferien schon mal länger als eine halbe Stunde dauern, bis man
in der Gondel sitzt.
Die zweite Mittelstation versorgt die Anfängerlifte an der Tresdorfer Alm,
die Bergstation Madritsche ist der zentrale Anlaufpunkt im Gebiet. Durch den Bau
des Millennium-Express steht mit der Carnia nun auch eine lange Piste zur
Verfügung, die mehr als sieben Kilometer lange Talabfahrt vom Zweikofel nach
Tröpolach überwindet 1212 Höhenmeter.
Die restlichen Pisten sind meist mittelschwer und überwinden lediglich rund
500 Höhenmeter. Sie laden zum angenehmen Cruisen ein, auch zum forschen Carven
eignet sich der größte Teil.
Freeriding Freeriding gestaltet sich aufgrund der Höhe im Umfeld der
Pisten recht schwierig. Da ein Großteil des Gebietes unterhalb der Baumgrenze
liegt, steht abseits der Piste meist dichter Wald. Nur weiter oben stehen einige
offene Hänge zur Verfügung, die dann aber auch recht schnell zerpflügt werden.
Das recht warme lokale Klima sorgt dann auch noch für eine sich schnell setzende
Schneedecke. Üppige Powdertage sind hier relativ selten und dürften sich im
Normalfall auf Januar und Februar beschränken. An diesen Tagen locken die Routen
und Varianten um den Rudnigsattel sowie Trogkofel und Trogtal. Auch die Südhänge
von Madritsche und Madritschenkopf sind empfehlenswert.
Freestyle Die Möglichkeiten für Freestyler sind begrenzt.
Einen vernünftigen Funpark sucht man hier vergeblich, da heißt es selbst Hand
und Schaufel anlegen und Kicker bauen. Am Watschiger-Alm-Lift befindet sich eine
Twinpipe. Davon war allerdings, während unseres Aufenthaltes nur eine Röhre
geshaped und auch nicht in bestem Zustand. Hier soll aber in naher Zukunft ein
solides Angebot geschaffen werden, da man auch verstärkt jüngeres Publikum
ansprechen möchte, wie uns die Locals versicherten. Boardercross und Funpark an
der Sonnleitnbahn lohnen sich nicht unbedingt.
Unterkunft Im Ort Tröpolach am Fuß des Resorts
finden sich einige recht preisgünstige Pensionen, weiter Weg vom Gebiet liegt
Hermagor. Hier findest du ein größeres Angebot, die tägliche Anfahrt kann jedoch
nerven. Auf der Sonnalpe kann man direkt im Gebiet wohnen. Am meisten Sinn
macht es aber die Nächte im Cube zu verbringen. Das
moderne, fast futuristisch wirkende Hotel ist recht preiswert und liegt direkt
an der Talstation des Millennium-Express. Die Zimmer sind spartanisch, aber
zweckmäßig eingerichtet, dafür verfügen sie alle über einen eigenen,
klimatisierten Vorraum, um das Equipment aufzubewahren, sehr bequem und
praktisch. Im Keller stehen den Gästen Sauna und Dampfbad kostenlos zur
Verfügung. Zum Chillen eignet sich hervorragend die Lounge im Foyer mit
Kaminfeuer und Videobeamer.
Gastronomie/Nightlife Die einzige Möglichkeit in
Tröpolach abends wegzugehen ist der Cube Club im Keller des Hotels. Hier fährt
man ein striktes Programm gegen die übliche Apres-Ski-Dudelei, also kein DJ Ötzi
und auch keine nackten Friseusen. Für einen Urlaubsort zeigt sich das Programm
erstaunlich aktuell bis anspruchsvoll. Der Laden bietet reichlich Platz, die
Preise sind moderat. Auch das Gastronomieangebot ist überschaubar. Sehr zu
empfehlen ist der Samerhof mit seinen Riesenpizzen. Wer auf einheimische Küche
oder solide Hausmannskost steht, sollte im Gasthof Durnthaler vorbei schauen,
günstig und gut. Topgerichte sind hier Käsespätzle und diverse
Schnitzelvarianten. Die Wirte sind hier allgemein äußerst freundlich und immer
für einen kurzen Small Talk zu haben.
Fazit: Eine Reise wert
Trotz der geringen Höhe handelt es sich bei der Skiarena um ein recht
attraktives Gebiet, das für sportlich ambitionierte Rider allerdings Wünsche
offen lässt. Die Pisten wurden aber recht abwechslungsreich angelegt und auch
die Beförderungskapazität im Gebiet verhindert Warteschlangen.
Mit dem Cube
haben Ort und Resort deutlich an Attraktivität gewonnen.
Powderpark Forum
Nutz die Gelegenheit und diskutier mit anderen
Boardern über das Thema, dass dich am meisten interessiert: Snowboarding!