Snowboard Gebiete - Reisebericht Kaukasus-Expedition - "Die Natur raubt dir den Atem!" | Powderpark Snowboarding Online | Snowboard Magazin, News, Tests und Forum
EXTREME Reisebericht Kaukasus-Expedition "Die Natur raubt dir den Atem!"
07.12.2005, thm
Im Mai 2005 startete eine kleine Gruppe Snowboarder Richtung Osten. Ihr Ziel: der Bezengi-Gletscher im Kaukasus. Berny Stoll erzählt von spannenden Erlebnissen und Abfahrten.
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Im Team waren neben dem 25-jährigen Berny Stoll aus dem Columbia-Team die Russin Oxana Chekoulaeva (23), Hans Riesch (24, Eventmanager und Snowboardlehrer) aus Bad Tölz und Andreas Prielmaier (34, Snowboardlehrer und Fotograf) aus Icking. Berny Stoll berichtet von den rasanten Befahrungen verschiedener Steilwände im Bezengi/Mischiri Gebiet und einer atemberaubenden Natur:
"Der Startschuss für unser Snowboardteam, fiel am 1. Mai 2005. Nach einem kurzen Aufenthalt in Moskau brachte uns eine alte Tupolev nach Mineralny Vody. Von dort aus passierte die fünfköpfige Mannschaft mit Schmiergeld im Reisepass und Dolmetscher als Vermittler zahlreiche Straßensperren und erreichten schließlich das Bezengi Basis Camp auf 2.100 Meter. Die Sprachbarriere und das hohe Militäraufkommen machten diesen Reiseabschnitt bereits zum Abenteuer.
Ohne ortskundigen Führer wäre unsere Tour bei der Anreise gescheitert. Bei diesem Bus-Trip auf abgelegener Forststraße dachte ich ein paar Mal, mein letztes Stündchen hätte geschlagen. Die letzte Straße ins Bezengi führt über eine 70 Kilometer lange Schotterpiste und dazwischen Brücken aus Holz, bei denen du dir normalerweise überlegst, ob du mit dem Mountainbike drüber fährst.
Am Bezengi Basis Camp angekommen begann die eigentliche Snowboard-Expedition: mit 50 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken und einem 25 Kilometer langen Gletscher vor der Nase, kämpften wir uns an Gletscherspalten vorbei und errichteten schließlich auf 3.250 Meter das Basislager. Ein selbstgebauter Schlitten aus zwei nebeneinander gebundenen Snowboards erleichterte die Wanderungen über Flachstücke. Die geplanten 5000er Befahrungen wurden leider durch einen Wetterumschwung, warme Temperaturen und darauf folgende Nassschneelawinen zunichte gemacht.
In den zweieinhalb Wochen Outback besteigen wir die 4.220 Meter hohe Südwand des Pik Ural, die 4.100m hohe Südostwand des Pik Bruno und den Vorgipfel des Pik Freshfield auf 4.050 Meter und das Nordost-Couloir des Pik Panorama 4.180 Meter. Das Team war sehr fasziniert von der unberührten Natur und den mächtigen Gipfeln des Kaukasus. Du kämpfst mit deinen letzten Kräften und die Natur um dich herum raubt dir zusätzlich den Atem.
Nach einer gelungenen Expedition wollten wir zum Abschluss den höchstgelegenen Berg Europas, den 5.642 Meter hohen Elbrus, in einer Speedbegehung bezwingen. Nach weniger als fünf Stunden Aufstieg freuten wir auf eine 3.500 Meter lange Downhill-Abfahrt in unberührtem Gelände."
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