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Splitboards
Geteiltes Leid oder doch doppelte Freude

27.01.2004, thm

Splitboards sind die Freunde des Snowboarders beim Trip ins Backcountry. Echte Alternative zu anderen Aufstiegshilfen oder doch nur Notlösung?

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Der Trend zum Freeriding bleibt ungebrochen. Auf allen touristisch erschlossenen Bergen zeigen sich abseits der markierten Pisten die Spuren der Powderjunkies im Tiefschnee. Auch die Resonanz auf die Camps zur Lawinenkunde wie SAAC oder Risk'N'Fun nimmt stetig zu. Dennoch dürften sich nur die wenigsten Boarder ernsthaft überlegen ein Splitboard zu kaufen. Die teilbaren Boards sollen Rider ansprechen, die wirklich jenseits der Wintersportgebiete ihre Lines ziehen wollen.

Voraussetzung für solche Trips sind neben fundierten Kenntnissen über Lawinenkunde die Tourenausrüstung wie Lawinenpiepser, Schaufeln etc. Essentiell sind natürlich auch Aufstiegshilfen, da man im tiefen Schnee auf den eigenen Füssen kaum vorwärts kommt. Während sich klassische Tourengeher einfach Felle unter ihre Ski schnallen können, haben Snowboarder die Qual der Wahl. Neben Schneeschuhen und Kurzski stehen auch die Splitboards zur Auswahl.

Schneeschuhe haben den Nachteil, dass die Benutzung sehr kraftraubend ist und der Aufstieg nur langsam möglich ist. Außerdem kann es an Steilpassagen und bei Hangquerungen zu Problemen kommen. Im Vergleich dazu zeigt sich der Aufstieg mit Kurzski fast mühelos. Sowohl für Schneeschuhe als auch Kurzski gibt es Systeme, die mit Softboots kompatibel sind. Beide Systeme haben den Nachteil, dass man beim Aufstieg das Board und beim anschließenden Powdersurfen die Aufstiegshilfen im Rucksack mitschleppen muss. Dieses Manko haben teilbare Boards natürlich nicht.

DOSSIER SPLITBOARDS

Grundwissen Splitboards
Teilbare Snowboards helfen beim Aufstieg ins Backcountry

Burton S-Series
Laut Hersteller Burton bestes Splitboard der Welt

Duotone Tour
Splitboard von den Freeride Spezialisten

Jester Walk&Ride
Einziges dreigeteiltes System am Markt

Voilé
Große Auswahl, sogar mit Schwalbenschwanz

Splitboards werden bei den meisten Systemen zum Aufstieg einfach in zwei Hälften geteilt, zusätzliches Gewicht fällt nicht an. Die modernen Systeme sind im Handling recht einfach und problemlos zu bedienen. Da die Boardhälften allerdings breiter als Ski sind, können vorhandene Spuren von Tourenski nicht genutzt werden. Das eigenständige Spuren kostet natürlich mehr Kraft. Sind die Spuren schon hart oder vereist, können die Ränder wegbrechen, das ist auf Dauer nervig bis unangenehm. Hier hat das dreiteilige System des Herstellers Jester einen klaren Vorteil. Unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile muss man das individuell geeignete oder bevorzugte System finden. Die zweiteiligen Boards haben den Vorteil mehr Auftrieb beim Aufstieg zu bieten, sie haben eine größere Auflagefläche als Tourenski oder die Jester-Variante.

Vom Prinzip funktionieren die angebotenen Varianten alle nach dem gleichen Prinzip. Die Systeme verfügen über eine Grundplatte, auf der jede Bindung montiert werden kann. Diese Grundplatten werden jeweils für Aufstieg oder Abfahrt unterschiedlich, in der vorgesehenen Position auf dem Board montiert. Beim Aufstieg werden, nachdem die Boards zerlegt wurden, wie bei Tourenski die Felle und bei Bedarf auch die Harscheisen, auch Crampons genannt, angebracht.

Genauso übersichtlich wie die Nachfrage, nur wenige Wintersportler und vor allem Snowboarder nehmen die Mühen des Aufstiegs auf sich, stellt sich das Angebot dar. Nur vier Firmen bieten Splitboards an. Marktführer Burton hat seit letzter Saison ein Modell im Sortiment, ebenso wie die Freeridespezialisten von Duotone. Voilé bietet neben verschiedenen Splitboards auch das Split Kit, mit dem normale Freerideboards umgebaut werden können. Diese beiden Hersteller arbeiten mit dem selben Bindungssystem, gehen aber bei der Entwicklung ihrer Boards eigene Wege. Pionier auf dem Gebiet der teilbaren Boards ist der Hersteller Jester, dessen System als einziges in drei Teile zerlegt wird.

Als Nischenprodukte ist die Auswahl bei den Splitboards sehr übersichtlich. Auch wenn es sich um eine noch recht junge Snowboarvariante handelt, sind alle Systeme durchaus ausgereift und praxistauglich. Für welches Shape und System du dich letztendlich entscheidest, sollte eine Testfahrt entscheiden. Alle Modelle unterschieden sich nur minimal von ihren Fahreigenschaften, bedingt durch die verschiedenen Shapes, von keinem muss abgeraten werden. Vom Fahrverhalten stehen Splitboards inzwischen ihren klassischen Freeridekollegen nicht mehr nach. Für alle gilt allerdings, die Montage sollte zu Hause mehrfach geübt werden, damit es auf dem Gipfel keine bösen Überraschungen gibt.

 
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