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  STORIES   10.09.2010  
 

SNOWBOARD
Unfälle und Risiken auf der Piste
Übermut tut selten gut

03.02.2005, thm

Schutzausrüstungen boomen und der Markt wächst kontinuierlich. Den effektivsten Schutz gegen Unfälle besitzen die Rider aber serienmäßig: den gesunden Menschenverstand.

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Bis vor kurzem  belächelte die Masse Helmträger noch als Weicheier und Mimosen. Inzwischen legen sich allerdings immer mehr Freizeitfahrer Helme und sonstige Schutzausrüstung zu. Die Hersteller sehen in dieser Entwicklung Parallelen zum Radsport: Zuerst tragen nur die Profis die Ausrüstung, später auch die anderen Wettkämpfer. Schließlich finden auch die Freizeitfahrer Gefallen an den Produkten. Den effektivsten Schutz gegen Unfälle sollten die meisten Wintersportler aber eigentlich immer dabei haben. Das eigene Hirn schützt am besten gegen Verletzungen, lässt sich mit Alkohol und anderen Substanzen aber leicht ausschalten.

Dossier: Risiken auf der Piste

Vorsicht Snowboarder!
Zwanzig Prozent höheres Unfallrisiko.

Übermut tut selten gut
Mit gesundem Menschenverstand gegen Unfälle.

Selbst schuld!
Skifahrer und Snowboarder stellen laut einer Erhebung des Instituts "Sicher Leben" für sich selbst die größte Gefahr dar. Weder Pistenrowdies noch schlechte Absicherung oder gewaltige Lawinen haben die meisten Unfallopfer im Wintersport auf dem Gewissen, sondern die Skifahrer und Snowboarder selbst, warnt das Institut Sicher Leben. Rund 86.000 Unfälle mit Verletzten passieren jährlich auf Österreichs Pisten. Davon sind etwa 80.000 selbst schuld an ihrem Unfall. 93 Prozent aller Wintersportunfälle resultieren aus Stürzen ohne Einflüsse von außen. Die Gründe dafür sind Selbstüberschätzung, mangelnde Kondition und nur durchschnittliches Können.

Wer bremst, verliert?
Dabei ignorieren viele jedoch ihre mangelnde Fitness und unausgereiften Fahrkünste. Das Ergebnis: Stürze, bei denen oft Knochen brechen und Bänder reißen. Drei Viertel aller verletzten Skifahrer und Snowboarder müssen ins Krankenhaus und verbringen ihren Urlaub im Gipsverband statt auf der Piste.

86.000 Pistenunfälle pro Jahr in Österreich, Helme senken das Risiko von Kopfverletzungen um ein Drittel.Das Fahren im Grenzbereich bringt aber auch geübte Sportler zu Fall. Übermut und zu hohe Geschwindigkeit zählen mit 37 Prozent aller Skiunfälle und 62 Prozent aller Snowboardunfälle zu den häufigsten Unfallursachen auf der Piste. Ermüdung und mangelnde Konzentration wurde jedem fünften Unfallopfer zum Verhängnis, gefolgt von mangelnder Fahrtechnik und zu wenig Erfahrung (14 Prozent). Diese Zahl wird von den Snowboardern noch überboten. Hier sind 19 Prozent aller Unfälle auf mangelnde Übung zurückzuführen.

Risikogruppe Nummer Eins
Auf der Piste haben jedoch nicht die geübten und in der Regel schnellsten Fahrer das größte Unfallrisiko. Mehr als 80 Prozent aller Wintersportler zählen zu den so genannten "Rutschern" - jene, die sich mit eher mittelprächtigen Fahrkünsten ins Tal kämpfen. Diese sind laut Sicher Leben Leiter Dr. Rupert Kisser auch am stärksten gefährdet: "Diese Menschen fallen oft der Überschätzung des eigenen Fahrkönnens und der persönlichen Fitness zum Opfer. Schwierige Situationen werden unterschätzt, und wenn der Körper übermüdet ist, machen sich Ski und Snowboard selbstständig. Obwohl viele Unfallopfer im übrigen Jahr sportlich eher wenig aktiv sind, wird dem Körper auf der Piste plötzlich alles abverlangt. Die meisten verzichten auf wichtige Pausen oder überschätzen sich bei der Pistenwahl. Hinzu kommen teilweise schlecht gewartete Sportgeräte - etwa abgenützte Kanten, die auf Eisplatten keinen Halt geben oder falsch eingestellte Bindungen."

Das Unfallrisiko in den Nachmittagsstunden steigt nicht zuletzt durch die schlechteren Pistenverhältnisse noch mal um mehr als die Hälfte an. Jeder Wintersportler sollte auf seinen Körper hören. Bei Müdigkeit gibt es nur einen Ausweg: den Tag rechtzeitig mit einem Einkehrschwung beenden.

Aber auch der Snowboarder mit der größten Umsicht ist nicht zu hundert Prozent sicher. Und für den Fall der Fälle schützt die geeignete Ausrüstung vor schlimmeren Verletzungen oder gar Langzeitschäden. Zur Grundausstattung gehören Helme und Rückenprotektoren.

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