SNOWBOARD Unfallrisiken beim Snowboarden Vorsicht Snowboarder!
09.03.2005, thm
Die Hochrisikogruppe Snowboarder hat das Institut Sicher Leben entdeckt. Snowboarder besitzen laut dessen Untersuchungen ein 20 Prozent höheres Unfallrisiko als andere Wintersportler.
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Vor allem junge Männer, die Hauptgruppe bei den Snowboardern, seien gefährdet. In einer Untersuchung registrierte Sicher Leben im Jahr 2003 ungefähr 17.300 Snowboardunfälle auf Österreichs Pisten, bei denen die Beteiligten so schwer verletzt wurden, dass sie ins Krankenhaus mussten.
Dossier: Risiken auf der Piste
Vorsicht Snowboarder! Zwanzig Prozent höheres Unfallrisiko.
Nahezu zwei Drittel dieser Personen waren zwischen 15 und 24 Jahren alt. Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts Sicher Leben, bezeichnet diese Gruppe daher auch als "jugendliche Draufgänger". Weiter fügt er hinzu: "Sie schätzen sich aufgrund ihrer Kraft und Dynamik gerne als 'gute Rider' ein. Eigentlich fehlen ihnen dazu aber oft noch eine breites Bewegungsrepertoire und die erforderliche Erfahrung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich gerade junge Menschen schnell in gefährliche Situationen bringen." Es ist daher auch keine Überraschung, dass 93 Prozent der Unfälle einfache Stürze sind. Zusammenstöße spielen nur eine untergeordnete Rolle. Fast die Hälfte der Verletzungen sind Knochenbrüche.
Gefahrenzone Oberkörper und Kopf Im Gegensatz zu Skifahrern, die sich hauptsächlich an den Beinen verletzen, besteht bei Snowboardern ein anderes, so genanntes Verletzungsmuster. Hände, Unterarme, Ellbogen und Schultern sind die gefährdeten Stellen. Zum Schutz vor komplizierten Brüchen der Hand und des Handgelenks empfiehlt das Institut das Tragen von geeigneten Handgelenksprotektoren.
Rupert Kisser hat aber noch einen weiteren Tipp: "Außerdem gehört ein Helm zur absoluten Pflichtausstattung für Boarder!" Immerhin müssen bei zwölf Prozent der verunglückten Snowboarder im Krankenhaus Kopfverletzungen behandelt werden. Helme bieten hier den besten Schutz. Studien haben bewiesen, dass ein Helm bei Stürzen auf der Piste rund 85 Prozent aller Schädel- und Gehirnverletzungen verhindern kann.
Richtig verhalten No risk, no fun – so platt dieser Spruch auch klingt, er enthält einen wahren Kern. Für die einen ist es der Geschwindigkeitsrausch, für die anderen das Flugerlebnis, aber ganz ohne Risiko funktioniert Snowboarden nicht. Daher gehört zu den wichtigsten Lektionen für Anfänger das richtige Fallen. Mit der richtigen Technik lassen sich bei Stürzen viele Verletzungen vermeiden.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die allgemeinen Spielregeln auf der Piste zu beachten. Die FIS hat schon vor vielen Jahren die zehn Gebote der Skifahrer formuliert. Im Wesentlichen bedeuten diese: vorausschauend und umsichtig zu agieren sowie etwas mitzudenken. An die FIS-Regeln haben sich auch Snowboarder zu halten, schließlich sind die im gleichen Lebensraum zu Hause.
Gefährlicher Powder Aber auch wer den gesicherten Skiraum verlässt und das Abenteuer im Backcountry sucht, fühlt sich vielleicht frei wie ein Adler, aber auch dort gelten gewisse Regeln. Hier sind sie sogar überlebenswichtig. Ohne Grundkenntnisse der Lawinekunde und im Risikomanagement sollte sich niemand abseits der Pisten bewegen, zumindest nicht ohne Bergführer oder erfahrene Begleitung, die komplette Lawinenausrüstung ist ebenfalls ein Muss. Erste Anlaufstellen sind die Lawinencamps von SAAC, Risk'n'fun oder die Pandaction Snowdays. "Jeder Wintersportler muss soviel Eigenverantwortung zeigen, dass er sich ausführlich über die bestehenden Regelungen und Empfehlungen informiert, um sich und andere nicht zu gefährden", bringt es Kisser auf den Punkt.