SPECIALS First Layer Merino: Natürliche Alternative
17.12.2005, thm
Wolle ist auch bei Funktionskleidung ein moderner Klassiker. Während Kunstfasern lange den Markt dominierten, feiert die feine Merinowolle ein Comeback.
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Wolle besitzt viele Eigenschaften, die sie zum idealen Rohstoff für die First Layer machen. Sie kann die Köpertemperatur regulieren, nimmt Feuchtigkeit auf und transportiert sie vom Körper weg.
Merinoschafe können dank ihrer natürlichen Funktionskleidung großen Temperaturunterschieden trotzen. In Neuseeland, einem der größten Wollexporteure der Welt, leben sie im Sommer bei 35 Grad und im Winter in 1.800 Meter Höhe bei minus 20 Grad Celsius. Dies ermöglicht Wolle durch den sehr komplexen Aufbau ihrer Fasern. Im Inneren liegen feine Kanäle, deren hoher Luftanteil für Isolation sorgt. Damit schützen die Wollfasern im Winter vor Kälte und im Sommer vor Hitze.
Das Innere der Fasern zieht außerdem Wasserdampf stark an, während die Oberfläche wasserabweisend ist. Mit diesen Eigenschaften hilft sie die Körpertemperatur im angenehmen Bereich zu halten. Bei körperlicher Anstrengung nimmt sie den verdampfenden Schweiß ins Innere auf. Die Haut ist dadurch trocken und gleichzeitig bleibt durch die langsame Verdunstung aus der Wollfaser die benötigte Kühlung erhalten. Da Wolle bis zu einem Drittel ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne dass sie sich nass anfühlt, und dabei noch wärmt (im Gegensatz zu Baumwolle), verhindert sie das Frieren während Pausen oder Liftfahrten. Auch bei Snowboardsocken ist dies von Vorteil, denn in den Schuhen kann Feuchtigkeit nur schlecht nach außen gelangen und muss gespeichert werden - ohne an Isolationspotenzial zu verlieren. Schließlich gehören kalte Füsse zu den größten Feinden des Snowboarders.
Sanft zu Haut und Umwelt Die feine Merinowolle reizt die Haut nicht. Ihre Fasern sind zwischen 12 und 18 Mikrometern dünn. Ein menschliches Haar ist ungefähr fünf Mal dicker. Diese Wollfasern bleiben damit deutlich unter der "Kratzgrenze" des Menschen von 28 Mikrometern.
Auch im sozialen Kontakt ist die Wolle gegenüber Kunstfasern im Vorteil. Sie besitzt einen selbstreinigenden Effekt und ihre Eiweiße wirken antibakteriell. Mikroben, die Proteine im Schweiß verarbeiten und dabei den unangenehmen Geruch produzieren, haben keine Chance sich anzusiedeln. Dank dieser Materialeigenschaft bleiben Merinoprodukte länger geruchsneutral als Kunstfaserwäsche.
Noch einige weitere positive Nebeneffekte besitzen Wollfasern. Sie sind feuerfest, antistatisch und bieten Schutz gegen UV-Strahlung. Als nachwachsender Rohstoff ist Wolle auch sehr umweltverträglich.