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Risikomanagement Freeriding
Reduktionsmethode: Risiken kalkulieren

25.12.2005, thm

Als einfache Formel bietet die Reduktionsmethode einen großen Vorteil: Durch die Berücksichtigung konstanter Faktoren (Hangneigung, Exposition, Gefahrenstufe u.a.) lässt sich das Risiko berechnen. Sie basiert auf Statistiken und der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

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Die Reduktionsmethode dient vor allem zur schnellen Überprüfung eines Einzelhangs, kann aber auch zur Kontrolle der 3x3-Filtermethode (auch Stufe 1 und 2) eingesetzt werden. Die Formel setzt sich aus dem Gefahrenpotenzial (Gefahrenstufe das Lawinenlageberichtes - LLB) und Reduktionsfaktoren, die das Risiko verringern, zusammen.

Formel Reduktionsmethode

Gefahrenpotenzial 
(Reduktionsfaktor x Reduktionsfaktor)

Akzeptables Risiko <= 1

Werner Munter, Entwickler der Formel, legte als akzeptables Restrisiko den Wert eins fest. Dieser kann von erfahrenen Freeridern, die bewusst ein höheres Risiko eingehen wollen oder müssen, angepasst werden. Danach können die Reduktionsfaktoren gewählt werden, mehrere davon lassen sich kombinieren.

Gefahrenpotenzial und Reduktionsfaktoren

Werte Gefahrenpotenzial
  • Gefahrenstufe 1 (gering) = 2
  • Gefahrenstufe 2 (mäßig) = 4
  • Gefahrenstufe 3 (erheblich) = 8
  • Gefahrenstufe 4 (groß) = 16
Reduktionsfaktoren 1. Klasse
  • steilste Hangpartie 35 - 39 Grad = 2
  • steilste Hangpartie 30 - 34 Grad = 4
Reduktionsfaktoren 2. Klasse
  • Verzicht auf Nordhänge NO bis NW = 2
  • Verzicht auf Nordhälfte = 3
  • Verzicht auf kritische Hänge laut LLB = 4
Reduktionsfaktoren 3. Klasse
  • ständig befahrener Hang = 2
  • Entlastungsabstände bei großer Gruppe = 2
  • kleine Gruppe von 2 - 4 Personen = 2
  • Kleine Gruppe plus Entlastungsabstände = 3

Das Gefahrenpotenzial basiert auf statistischen Berechnungen der gefährlichen Hangbereiche in den einzelnen Gefahrenstufen. Die Größe dieser Gefahrenstellen steigt in den Abstufungen der Europäischen Lawinengefahrenskala exponentiell an. Bei geringer Lawinengefahr (Stufe 1) sind ca. fünf Prozent des Hanges schwache Stellen, an denen eine Lawine entstehen kann. Bei mäßiger Gefahr (Stufe 2) steigt dieser Anteil auf zehn Prozent, in Stufe 3 schon auf 20 Prozent und Stufe 4 sogar auf 40 Prozent. Dies drücken die Werte für die einzelnen Gefahrenstufen aus. Zwischenwerte zur differenzierten Beurteilung sind auch möglich.

Bei erheblicher Lawinengefahr (Stufe 3) muss ein Reduktionsfaktor der 1. Klasse genutzt werden, das bedeutet Verzicht auf Hänge über 39 Grad. Bei großer Lawinengefahr (Stufe 4) werden die Reduktionsfaktoren der 1. Klasse nicht verwendet, nur noch Hänge unter 30 Grad kommen in Frage. Herrschen ungünstige Verhältnisse in allen Expositionen muss man auf die Reduktionsfaktoren der 2. Klasse verzichten, unabhängig von der Gefahrenstufe.

Beispielrechnungen

  • Stufe 3, Hang < 35 Grad, Verzicht kritische Hänge:
    8/(4*4) = 0,5
    => Risiko ist niedriger als 1, grünes Licht 
  • Stufe 2, Hang 40 Grad, Entlastungsabstände:
    4/2 = 2
    => Risiko ist größer als eins, entweder weiterer (bzw. anderer) Reduktionsfaktor oder Verzicht

Für Einsteiger lässt sich die Reduktionsmethode stark vereinfachen, ohne dass ihre Praxistauglichkeit leidet. Mit drei Grundsätzen in Verbindung mit der Kenntnis von Hangsteilheit und LLB ist das Risiko zu reduzieren.

Reduktionsmethode für Einsteiger

  • Gefahrenstufe 2 (mäßig): Vermeiden von Hängen steiler als 39 Grad in allen Himmelsrichtungen.
  • Gefahrenstufe 3 (erheblich): Vermeiden von allen Hängen steiler als 34 Grad.
  • Gefahrenstufe 4 (groß): Nur Hänge unter 30 Grad betreten und befahren.

Sinn und Ziele der Reduktionsmethode
Der Entwickler der Reduktionsmethode Werner Munter versteht sie als Werkzeug für Freerider. Der Einsatz dieses Werkzeugs soll die Zahl der Lawinenopfer halbieren, ohne den Handlungsspielraum zu stark einzuschränken. Freerider sollen nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort verzichten. Das Konzept sollte außerdem bestimmte Bedingungen erfüllen:

  • Die Reduktionsmethode ist einfach, damit auch Unerfahrene sie nutzen können.
  • Die Kenntnis des aktuellen Lawinenlageberichtes reicht zur Anwendung aus.
  • Konstante Faktoren wie z.B. Hangsteilheit sind die Basis der Methode.
  • Und schließlich funktioniert sie ohne zusätzliche Ausrüstung, einfaches Kopfrechnen reicht aus.

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