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Know-how Freeride
Smart Snowboarden

16.01.2006, thm, Bild: burton

Sieg oder Niederlage entscheidet sich im Kopf! Ein platter Spruch, der aber nicht nur für Fussballer oder Rennfahrer gilt. Beim Freeriding geht es sogar um Leben und Tod. Kluges Verhalten beim Freeriding ist die einzige Lebensversicherung für Snowboarder.

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Dem Reiz des Freeriding sind viele Snowboarder verfallen. Schwerelos im frischen Pulverschnee einen jungfräulichen Hang hinab gleiten, gehört zu den schönsten Erlebnissen auf dem Brett. Surfen im Schnee – das höchste der Gefühle.

Typisches Schneebrett mit breiter AbrisskanteAllerdings ist Powder eine genauso gefährliche wie reizvolle Geliebte. Überall lauern im Backcountry Spielverderber und Killer. Neben offensichtlichen Gefahren wie felsigen Abhängen oder Felsen verstecken sich weitere Risiken in der friedlich gepuderten Landschaft. Dünn zugeschneite Steine, die zum Sturz führen, sind noch harmlos. Lawinen sind die gefährlichsten Ereignisse in den Bergen, Schneebretter die häufigste Unfallursache (Bild links). Dabei lösen 90 Prozent der Wintersportler die Lawine selbst aus.

Sanft und gefühlvoll muss man daher mit seiner Geliebten umgehen. So wenig Belastung wie möglich sollte auf die Schneedecke einwirken. Weiche, weitgezogene Schwünge bringen den größten Spaß und üben weniger Druck als kurze, harte Turns aus. Geschmeidige Bewegungen, locker in den Knien ergänzen dies perfekt.

Jeder Sprung sollte gut überlegt sein. Bei der Landung wirkt ein Vielfaches des Körpergewichtes auf den Schnee. Gleiches gilt für Stürze. Diese zusätzliche Belastung führt zur Lawinenauslösung, auch wenn der Hang bei einer einfachen Abfahrt halten würde.

Freeride-Grundregeln

  • Immer mit Begleitung ins Backcountry, Kameradenhilfe ist bei Lawinenunfällen die einzige Überlebenschance.
  • Nur mit Freerideausrüstung (LVS-Gerät, Lawinensonde und Lawinenschaufel) losgehen.
  • Material prüfen: Snowboard, Bindung und Schuhe in Ordnung? Freerideausrüstung komplett und funktionsfähig?
  • Steilhänge einzeln befahren, beim Aufstieg Entlastungsabstände einhalten.
  • Nur in bekanntem Gelände abfahren, entweder beim Aufstieg begutachten oder mit einer topografischen Karte orientieren.
  • Nicht bei schlechter Sicht die Pisten verlassen, Gefahrenstellen sind dann unsichtbar.

Flucht ist übrigens zwecklos. Kein Freerider kann so schnell fahren, dass er vor einer Lawine fliehen könnte. Auch Profis haben keine Chance gegen diese Naturgewalt. Craig Kelly (Bild oben) gehörte zu den besten und erfahrensten Freeridern der Welt. Im Frühjahr 2003 tötet ihn und sechs weitere Fahrer eine Lawine in den kanadischen Rocky Mountains. 

Leider kann keiner erkennen, ob ein Hang wirklich gefährlich ist. Im Backcountry existiert nie hundertprozentige Sicherheit. Mit den Methoden der modernen Lawinenkunde kann man aber das Risiko minimieren. Das Risikomanagement basiert auf Statistiken und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Durch systematische Auswertung dieser Daten entdeckten Lawinenforscher gewisse Gesetzmässigkeiten und typische Gefahrensituationen. Diese finden sich in den Methoden des Risikomanagements wieder.

Freeriding ist Denksport
Dennoch verlässt sich ein kluger Freerider auch auf seinen Instinkt. Warnt ein ungutes Bauchgefühl vor einer Abfahrt, ist dies ein sicheres Zeichen lieber zu verzichten.

 
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